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Eisenmangel kann Entzündungen fördernEisenmangel als Risikofaktor für früheres Altern und Gebrechlichkeit

Schon länger wissen wir, dass chronische Entzündungen zu einem Eisenmangel führen können. Nun haben Forscher Hinweise gefunden, dass umgekehrt Eisenmangel auch unterschwellige chronische Entzündungen fördern kann (1–3). Und die sind bekanntermaßen ein Risikofaktor für früheres Altern, Gebrechlichkeit und zahlreiche chronische Krankheiten (4).

Chronische Entzündung als Alterstreiber

Anhaltende niedrig-gradige Entzündungen beschleunigen nachweislich das Altern und fördern die Gebrech­lichkeit. Mediziner sprechen daher auch vom „Entzündungsaltern“ oder „inflamm-aging“. Betroffen von der entzündungsbedingten Alterung ist vor allem das Immunsystem. Wir werden anfälliger für Infekte, Impfungen wirken schlechter. Darüber hinaus erhöhen solche Entzündungen das Risiko für viele Krankheiten, wie

•    Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
•    Alzheimer
•    Arteriosklerose
•    Arthritis
•    Diabetes Typ 2
•    Herzerkrankungen
•    Krebs
•    Osteoporose
•    Parkinson (4)
 

Eisenmangel könnte Entzündungen fördern

Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Eisenmangel auch bei relativ gesunden älteren Erwachsenen eine Rolle bei niederschwelligen chronischen Entzündungen spielt. Im Rahmen der sogenannten DO-HEALTH-Alterungsstudie wurden relativ gesunde Frauen und Männer über 70 Jahren drei Jahre lang beobachtet. Schon zu Studienbeginn fiel auf, dass Teilnehmende mit Eisenmangel höhere Entzündungswerte (Il-6, hsCRP) hatten. Auch in den folgenden drei Jahren stieg der Spiegel an Interleukin-6 (Il-6) weiter an – und zwar signifikant stärker als bei Personen ohne Eisenmangel. 
„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Eisenmangel bei relativ gesunden älteren Erwachsenen eine Rolle bei niederschwelligen chronischen Entzündungen spielen kann“, so die Autoren der Studie. (2, 3)
 

Eisenmangel bei älteren Menschen

Viele Menschen hierzulande erreichen nicht die empfohlene Eisenzufuhr. Besonders stark betroffen sind Frauen unter 50, von denen über 75 Prozent weniger als die von der DGE/D-A-CH empfohlene Menge an Eisen zu sich nehmen. (5)
Auch wenn der Eisenmangel bei älteren Menschen etwas seltener ist, waren in der oben genannten Studie immerhin 35,6 Prozent der an sich relativ gesunden über 80-Jährigen davon betroffen. (2, 3)
Vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse lohnt es sich gerade auch bei älteren Menschen, den Eisenspiegel im Blick zu behalten und auf eine gute Eisenversorgung zu achten.

 

Erkennen des Eisenmangels

Um die Eisenvorräte abschätzen zu können, ist die Bestimmung des Ferritin-Wertes unerlässlich. Ein normales Blutbild und/oder ein normaler Serum-Eisen-Wert allein haben keine ausreichende Aussagekraft. Als erste Orientierung kann auch der Selbsttest helfen.

 

Literatur

  1. Ärztezeitung vom 19.07.2022: Gesundes Altern. Eisenmangel kann niedrig-gradige Entzündungen wohl triggern. 
  2. Originalstudie: https://link.springer.com/article/10.1007/s40520-021-01955-3
  3. Zentrum Alter und Mobilität, Zürich, Newsletter Sommer 2022, https://www.usz.ch/zam-newsletter-nr-8-sommer-2022/
  4. Englischer Übersichtsartikel über Entzündungsaltern: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4963991/
  5. Nationale Verzehrsstudie II, 2008

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